Ob München mit der ›Kunststadt‹ von Gottfried Kellers Grünem Heinrich tatsächlich identifiziert werden kann, muss wenigstens aus methodischen Gründen fraglich bleiben. Keller selbst allerdings hat sich für knapp anderthalb Jahre in dieser Stadt aufgehalten; auf die Münchner Erfahrungen ist es hauptsächlich zurückzuführen, dass er uns als Schriftsteller statt als Maler im Gedächtnis geblieben ist. Auch zum Modell dieser ›Kunststadt‹ hat das München Ludwigs I. zweifellos das Seinige beigesteuert.

Das ist Anlass genug, auch hier in diesem Jahr Kellers 200. Geburtstag zu feiern. In der Reihe »Modelle der Wirklichkeit« laden dazu Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität und internationale Gäste mit ihren Vorträgen ein.

bis 24.07.2019
19.06.2019
18:00-20:00
Stephan Kammer (LMU): Gottfried Kellers Feste
03.07.2019
18:00-20:00
Annette Keck (LMU): "Komm tapferer Lessing!" Zum Verhältnis von Experiment und Erzählen in Kellers "Sinngedicht"
10.07.2019
18:00-20:00
Alexander Honold (Uni Basel): Seldwyla oder Das kleine Ganze
17.07.2019
18:00-20:00
Elisabeth Strowick (NY University): Kellers Szenographie des Wirklichen
24.07.2019
18:00-20:00
Christian Begemann (LMU): Die "vielen Schieblädchen des Innern". Experimente mit der Nachtseite der Vernunft in Gottfried Kellers "Die Geisterseher"
Institut für Deutsche Philologie der LMU Schellingstrasse 3/Rgb 80799 München