Seit es VEIN gibt, hat sich das Trio immer wieder auch zu horizont-erweiternden und wegweisenden Projekten mit Gastmusikern zusammengetan. Jetzt, aktuell, einmal mehr zum ebenso aufregenden wie eigenwilligen Quartett mit Greg Osby, dem grossartigen Saxofonisten, mit dem VEIN schon seit 2006 gemeinsam Konzerte bestreitet. Hier also treffen sich vier Musiker, die sich bestens kennen und genau wissen, dass sie musikalisch hervorragend zusammenpassen. Denn so, wie das Trio selber mit seiner Herkunft, mit dem stupenden musikalischen Miteinander und mit seinem Verständnis der grösstmöglichen Gleichwertigkeit der Stimmen zu einem fast schon symbiotischen Zusammenspiel gefunden hat, so findet es mit Greg Osby stets auf ungemein inspirierende Weise eine musikalische Ergänzung: Osby, mit seinem eigenständigen, modernen, immer aber die Tradition respektierenden Spiel einer der wichtigsten Saxofonisten des heutigen Jazz, bewegt sich höchst souverän durch die groovebetonten, die lyrischen, die rhythmisch wie harmonisch komplexen und offenen Stücke und Passagen des Quartett-Repertoires, das überwiegend aus Eigenkompositionen besteht. Und nicht zuletzt verkörpert Greg Osby für seine jüngeren Mitmusiker auch ein Stück Jazz-Geschichte. Er ist seit den 80er-Jahren immer wieder mit den Grössten des Jazz aufgetreten und bringt genau das ins Spiel, was für VEIN ein beinahe elementares Anliegen ist: den Spirit dieser Musik. Eine Zusammenarbeit also, die auf grösstem gegenseitigem Respekt basiert. Auch darum funktioniert das Miteinander so gut in diesem Quartett.

Pro Helvetia