Was klang wirklich in den Zürcher Dada-Soireen? Die gängige Erzählung lautet: Eine Gruppe radikaler Künstler:innen versammelt sich mitten im Ersten Weltkrieg in der neutralen Schweiz, provoziert die Bourgeoisie und erschüttert die Kunstwelt. Es ist eine gute Geschichte. Sie stimmt nur nicht ganz.
Die Musik der Zürcher Soireen war, anders als die Texte, erstaunlich zahm. Das Publikum applaudierte. Nur die letzte der acht Soireen endete im Tumult, ausgelöst nicht durch Musik, sondern durch Texte. Der meistgespielte Komponist des Zürcher Dada, Hans Heusser, verschwand danach still in der Blasmusik und schwieg zeitlebens in der Öffentlichkeit über seine Dada-Jahre. Die angeblich internationalistische Bewegung bediente sich ungeniert an Musik und Tanz des afrikanischen Kontinents. Und die Frauen, die wesentlich zur Bewegung beitrugen, wurden in der späteren Erzählung kaum erwähnt.
DADA_remix stellt sich diesen Widersprüchen, ohne Ehrfurcht, aber mit Neugier.